Retromopszucht vom Bromberg
BARFEN

Über das BARFEN

"Du bist, was Du isst." - so sagt eine alte Spruchweisheit.

Die artgerechte Ernährung ist eine der wesentlichsten Grundvoraussetzungen für ein gesundes Leben in einem leistungsfähigen Körper. Jede Art hat dabei ganz spezielle Anforderungen an die Nahrung, weil sich im Laufe der Entwicklung die Verdauungssysteme verschiedener Arten auch grundlegend verschieden entwickelt haben.

So haben beispeilsweise Pflanzenfresser einen komplett anderen Magendarmtrakt als Tierfresser. Allen gemeinsam ist, dass die am wenigsten denaturierte Nahrung die wertvollste ist - je weiter die Nahrungsbestandteile durch Zerkleinern, Kochen, Trocknen oder Ultrahocherhitzen verarbeitet und verändert (denaturiert) werden, desto wertloser werden sie.

Noch fataler ist es wenn die Nahrung schließlich sogar Bestandteile enthält, die die jeweilige Art natürlicherweise niemals zu sich nehmen würde. Dies ist gerade beim Tierfutter aus industrieller Herstellung aber gängige Praxis. Viele Hundefutter enthalten beispielsweise Getreide als Hauptbestandteil.

Zu einer artgerechten Tierhaltung gehört aber laut Tierschutzgesetz auch eine artgerechte Ernährung. Ich möchte deswegen an dieser Stelle auf die wertvollste und artgerechteste Fütterungsmethode für Hunde hinweisen: *B*A*R*F*! - biologisch artgerechte rohe Fütterung - nichts anderes bedeutet BARF. 80 Prozent Fleischanteil und 20 Prozent Gemüse und Obst werden dabei in der Regel verfüttert.

Retromops Niki von Stella Seretis
Retromops Niki von Stella Seretis

Fleisch und Knochen

Der Fleischanteil unterteilt sich in circa 50 Prozent Muskelfleisch, 15 Prozent Innereien (Herz, Leber, Pansen) und etwa 15 Prozent Knorpel- und Knochenbestandteile. Der Gesamtgehalt tierischer Fette sollte zwischen 15 und 25 % liegen - der Gehalt ist beim Futterfleisch auf dem Produkt ausgewiesen. Roh darf Rind, Pferd, Schaf, Ziege, Pute, Huhn und Ente gegeben werden. Rohe "fleischige Knochen" sind wichtige Kalziumlieferanten. Die Knochen (wie Ochsenschwanz oder Brustbein) sollen nicht zu hart und vor allem unbedingt roh sein. Die Kalziumversorgung kann man bei Bedenken vor Knochen stattdessen auch mit Eierschalen oder Knochenmehl abdecken.

Obst und Gemüse

Da Hunde Gemüse und Obst nicht verdauen können, muss es püriert oder gedünstet ins Futter gegeben werden. Geeignet sind alle nicht blähenden Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Gurken, Möhren, Rote Beete, Spinat, Melde, Mangold, Sellerie. Beim Obst kann man Birnen, Bananen, Äpfel, Feigen usw. verwenden. Kartoffeln niemals roh verfüttern.

ACHTUNG: Zwiebeln, Knoblauch in größeren Mengen und Weintrauben sind giftig für Hunde! Ebenso könnten Avocados giftig sein. Macadamianüsse sind es ebenfalls. Bei Paprika und Tomaten dürfen keine grünen Anteile verfüttert werden.

Die Gesamtfuttermenge entspricht circa drei bis vier Prozent des Körpergewichtes pro Tag. Ein erwachsener 10 Kilogramm wiegender Hund braucht also umgerechnet durchschnittlich 300 - 400 Gramm Futter am Tag. Für Welpen teilt man die Futtermenge eines erwachsenen Hundes in 6 später (ab der 9. Woche) in 4, dann 3 Mahlzeiten auf. Ab dem 7. Monat füttert man 2-malig.

Bezugsquellen

Mittlerweile kann man Futterfleisch gefrostet und verschieden portioniert, teils schon komplett mit allen Komponenten vermischt, im Zoohandel vor Ort und im Internet beziehen.

Zunächst gut informieren - dann erst BARFEN

BARF-Anfänger müssen sich unbedingt gut informieren und sich auch gegebenenfalls Hilfe einholen. Schlecht gebarfte Hunde landen schnell beim Tierarzt. Es gibt gute Bücher über das BARFEN. Informationen findet man aber auch im Internet und in BARF-Foren.

Buchtipp

Ein Buch mit Futtermittellisten, Plänen, weiterführender Literatur und Links:

Swanie Simon
B A R F
Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde
Drei Hunde Nacht, 2008
ISBN 9783939522003