Retromopszucht vom Bromberg
Pflegemaßnahmen

Pflegemaßnahmen

Auch ein Retromops braucht Pflege, wenngleich sie sich in der Regel auf einige wenige Maßnahmen beschränkt.

Die Fellpflege

Regelmäßiges Bürsten des Hundes bringt die losen Haare aus dem Fell und fördert die Durchblutung der Haut. Das Fell wird belüftet und ein Zusatzeffekt ist, dass man dem Hund seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenkt, was er natürlich sehr zu schätzen weiß. Gebadet werden unsere Hunde selten, weil wir bei Wind und Wetter draußen sind und sie so oft vom Regen "durchgewaschen" werden. Ich rubbele sie dann daheim mit einen großen Frottiertuch trocken und schon sind sie blitzsauber. Vorteilhaft ist hierbei, dass das weiche Regenwasser sie säubert ohne den Säureschutz und die natürliche Fettschicht der Haut und der Haare anzugreifen. Wird wirklich ein Bad unausweichlich, weil sie sich vielleicht in Unrat oder Aas gewälzt haben, verwende ich ph-neutrales Shampoo und reibe sie anschließend noch feucht mit einer Mischung aus ein paar Tropfen Keimöl und Apfelessig ein..

Die Krallenpflege

Mopskrallen sind oft sehr kräftig und man sollte deswegen darauf achten, das Tier auch auf festem Untergrund zu bewegen, weil sie sonst leicht zu lang werden und dann gekürzt werden müssen.
Die Daumenkrallen müssen grundsätzlich turnusmäßig geschnitten werden. Weil sie den Boden nicht berühren, wachsen sie ungehemmt und es entsteht die Gefahr, dass der Hund damit irgendwo hängen bleibt und sich böse verletzt, indem er die Kralle abreißt. Beim Schneiden der Krallen ist darauf zu achten, dass man nicht zu viel abschneidet, um nicht in den lebenden Teil der Kralle zu kommen, was natürlich schmerzhaft wäre und zudem stark blutet. Lieber nur wenig abschneiden und nach ein paar Tagen nochmals nachschneiden, dann hat sich das Leben etwas weiter zurückgezogen. Man kann diese Arbeit von einem Fachmann (Hundesalon oder Tierarzt) machen lassen - oder man verwendet statt einer Nagelzange eine Feile wie man sie im Nagelstudio für Kunstnägel einsetzt.
Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass man die Pfoten auch immer mal zwischen den Zehen und von unten zwischen den Ballen betrachten sollte. Gerade in der kalten und oft auch "salzigen" Winterzeit kann man so kleine Reizungen schnell erkennen und entsprechend mit einer milden Hautsalbe, vielleicht auf Ringelblumenbasis, behandeln. Es gibt zu diesem Zweck im Handel auch spezielle Pfotensalben.

Die Ohrenpflege

Die Ohren sollten stets sauber und trocken sein. Sehen sie so aus, so lasse ich die Ohren unserer Hunde in Frieden und das ist die Regel. Mit zu viel Wischerei und Wascherei oder Spülen bringt man nur die natürliche Hautflora ins Ungleichgewicht und schadet mehr, als dass man nutzt. Sollte sich etwas gelbliches Ohrenschmalz zeigen, so kann man es mit einem milden Babypflegetuch ganz einfach wegwischen. Zeigt sich aber dunkles, übelriechendes Sekret im Ohr, ist am besten unverzüglich der Tierarzt aufzusuchen. Wahrscheinlich haben sich Milben oder/und Pilze angesiedelt. Da hilft nur eine rasche und konsequente und ausreichend lange Behandlung, will man nicht ständig Ärger damit haben. Die Ohrenkontrolle findet am besten täglich statt und zusätzlich immer dann, wenn ein Hund am Ohr auffällig herumkratzt oder den Kopf schief hält.

Die Nasenfaltenpflege

Die Nasenfaltenpflege ist bei Tieren mit ausgeprägteren Nasenfalten sehr wichtig. Eventuell sammelt sich Schmutz und Feuchtigkeit in der Falte und wird durch die Körperwärme regelrecht bebrütet. Sandkörner können wie Schmirgel üble Arbeit leisten!
Trotzdem sollte man immer erst nachschauen, ob es wirklich etwas zum Säubern gibt. Hier gilt wie für die Ohren: wenn sie sauber ist, sollte man die Finger davon lassen! Ansonsten reinigt man die Falte mit einem milden Babypflegetuch und tupft sie mit weichem saugfähigem und nicht fusselnden Papier trocken.

Die Augenpflege

Die Augen sollten klar und reizlos sein. Manchmal tränen sie etwas, was aber bei klarer Flüssigkeit noch nicht bedenklich ist. Sollte die Flüssigkeit allerdings trüb sein - ist das Auge gerötet oder zugekniffen, so muss man rasch handeln und unverzüglich den Tierarzt aufsuchen.
Bleiben die Beschwerden über längere Zeit trotzdem bestehen oder wiederholen sie sich, so sollte man einen Augenfachtierarzt zu Rate ziehen. Dieser hat spezielle Geräte und eine entsprechende Ausbildung. Hunde können nach innen gewachsene Wimpern haben, das Augenlid kann sich eingerollt haben, die Lidspalte könnte zu groß sein oder vielleicht hat der Hund sich beim Spielen das Auge verletzt.
Im Normalfall sind die Augen unserer Hunde klar und es ist höchstens mal etwas Sekret im Augenwinkel zu entfernen. Im Frühjahr, wenn Blütenpollen die Augen reizen, so wie im trockenen Sommer aufgewirbelter Staub - kann man die Augen bei Bedarf mit steriler 0,9-prozentiger Salzlösung spülen. Kleine Hunde bekommen unheimlich viel mehr von Pollen und Staub ins Gesicht als wir aufrecht stehenden Menschen und man kann mit dieser einfachen Methode leichte Reizungen behandeln.
NIEMALS sollte Tee im Auge verwendet werden!! In jedem Tee sind winzige Partikel der Pflanze, aus der er gebraut wird. Diese haben eine sehr reizende Wirkung, statt zu lindern.

Die Zahnpflege

Unsere Hunde putzen sich die Zähne mittels roher "Sandknochen". Ich kenne keine bessere und effektivere Methode. So hemmt man Zahnbelag und Zahnsteinbildung und sie bekommen nebenbei ihre Portion Kalzium.
Unsere Moppel haben eine Menge Arbeit und Spaß mit den Knochen und somit eine artgerechte Beschäftigung und wenn man sie beobachtet, so kann man wirklich von Ganzkörpereinsatz beim Nagen sprechen!
Die Zähne sollten vorsichtshalber regelmäßig kontrolliert werden, weil ein Loch sonst unbemerkt große Schmerzen bereiten kann. Nachdem Zahnwechsel des Junghundes tut man gut daran, vom Tierarzt prüfen zu lassen, ob das Gebiss vollständig ist. Zähne, die nicht vorschriftsmäßig aufzufinden sind, könnten noch verborgen im Kiefer stecken und zu Problemen führen. Dieses Problem kann bei Hunden aller Rassen, besonders aber bei Kleinhunden mit kurzen Schnauzen auftreten. Durch Zahnstein entstehen mit der Zeit Zahnfleischtaschen, welche Unmengen von Keimen beheimaten, die das Herz und die Nieren mit ihren Stoffwechselgiften schädigen. Diese Gefahr wird allgemein (auch bei Menschen) sehr unterschätzt!

Die Analbeutelpflege

Die Analbeutel werden bei vielen Hunden nicht regelrecht geleert. Das führt dann zunächst zu Stauungen des Sekretes. Unwohlsein und Juckreiz zeigen den Stau an. Der Hund "fährt Schlitten", kratzt sich (oft ersatzweise am Ohr oder im Gesicht und wenn da kein Grund ersichtlich ist, so sollte man mal am anderen Ende des Hundes nachforschen) oder er versucht, mit den Zähnen an der schlecht erreichbaren Stelle etwas auszurichten.
Reagiert man auf all diese Anzeichen nicht, kann sich eine üble Entzündung bilden, die sehr schmerzhaft für den Hund ist. Dann kann nur noch der Tierarzt helfen.
Ich kontrolliere deswegen routinemäßig die Analbeutel. Das ist keine Kunst und ich gehe sicher, dass nichts passiert. Man kann sich vom Tierarzt zeigen lassen, wo die Beutel sitzen und wie man sie entleeren kann. Beim Retromops kann man sie, wenn sie gefüllt sind, erbsen- bis bohnengroß ertasten. Die Entleerung geht mit etwas Übung sehr einfach und absolut schmerzlos vonstatten.

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