Retromopszucht vom Bromberg
Qualzucht

Mein Statement zur Qualzucht

Qualzucht bei Möpsen
Ganz allgemein geht es um die Zucht mit Tieren, welche genetische Defekte besitzen, die bei ihren Nachkommen zur Qual führen können - wie es leider beim Standardmops in viel zu vielen Fällen bittere Realität ist.
Der Gesetzestext § 11 b des Tierschutzgesetzes:
"Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn der Züchter damit rechnen muss, dass bei der Nachzucht aufgrund vererbter Merkmale Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten."

Es gibt hier eine breite Grauzone, in der es schwierig ist auszusagen, ob ein Merkmal bereits den Tatbestand der Qual erfüllt oder ob dies nicht der Fall ist.  - Im Zweifel sollte doch wohl eher eine Entscheidung zugunsten der Kreatur, die es eventuell zu leiden hätte getroffen werden, statt an einer bestimmten Designvorstellung festzuhalten!
Bezogen auf die Hundezucht, ist mit dem Paragraph § 11 b die Pflicht gemeint, nach bestem Wissen nur mit Hunden zu züchten, deren Nachkommen mit voraussagbarer Wahrscheinlichkeit ein normales, artgemäßes Hundeleben führen können.
Diese Forderung ist absolut berechtigt und beinhaltet die ethische Verpflichtung, bei Problemen nicht darauf zu verweisen, dass es die auch bei anderen Rassen gäbe, sondern alle Maßnahmen zu ergreifen, möglichst JEDEM Welpen entsprechende Probleme zu ersparen. Es kann doch nicht angehen, dass - aus welchen Gründen auch immer - bewusst in Kauf genommen wird, dass Welpen im Verlaufe ihres Lebens in Qualen oder mit Einschränkungen leben müssen! Jeder Welpe sollte ein Leben vor sich haben, welches anatomisch und physiologisch weder dem Tier selbst, noch seinem Halter zur unerträglichen Last werden kann. - Letzteres wäre im Sinne von Mitleiden mit seinem Hund und im Sinne der Finanzierung von Tierarztkosten zu verstehen.

Es gibt zahlreiche Rassen, die auf genetischen Defekten fußen, die durchaus nicht zu quälenden Leiden führen müssen. Und zwar exakt so lange nicht, wie diese Merkmale auf ein vernünftiges Maß beschränkt bleiben - die aber zu Schmerzen oder Leiden führen, wenn es zu einer Überinterpretation des diesbezüglichen Standards kommt.
Das Zuchtziel dieser Rassen ist somit nicht von vorn herein verwerflich, sondern es führt erst dann zur Qual, wenn eine Überinterpretation zur Regel wird, die zu Schmerzen oder Leiden führt. Diese Überinterpretation ist dann zwar nicht im jeweiligen Standard verankert, führt aber im Ergebnis zu quälenden Rassemerkmalen, denn nahezu jeder Vertreter einer solchen Rasse ist dadurch dann schließlich mit krankmachenden Merkmalen in der einen oder anderen Form geplagt.

Ein Beispiel:
Die oft übergroße Rollfalte auf der Nase der Möpse. Worin besteht hier die Qual?

Hautfalten stellen durch Feuchtigkeit und Wärme immer günstige Brutstätten für Bakterien und Pilze dar. Die betroffenen Hunde neigen dadurch zu Hautirritationen, die durch starken Juckreiz mit allen sich daraus ergebenden Folgen zur Qual werden.
Die Rollfalte auf dem Nasenrücken der Möpse, die außerdem die Augäpfel reizen kann, in nicht seltenen Fällen mit jeden Jahr mehr über den Nasenspiegel rutscht und somit die Atmung noch zusätzlich behindert, wird NIRGENDWO beim Standard der Möpse erwähnt, geschweige denn gefordert. In Abbildungen früher Möpse ist KEINE solche Rollfalte zu sehen. Dies zeigt doch sehr eindrucksvoll, zu welch unnötigen Qualen eine Übertypisierung führen kann. Denn diese unnötige und ungute Rollfalte gehört nur deswegen in den Köpfen vieler Menschen seit langem scheins untrennbar zum Mopsgesicht dazu....

Der moderne Züchter und Käufer ist ethisch-moralisch dazu verpflichtet, mit Erkennen eines solchen Zusammenhangs Konsequenzen zu ziehen! -- Dies bezieht sich für mich ausdrücklich auch auf Erkrankungsmöglichkeiten, die über unbedachte Verpaarungen durch PDE-Träger oder Träger des Scheckungs-, sowie des Tüpfelungsgens oder der Farbgebung Merle entstehen können. -- Jeder Mensch weiß doch heute, dass Tiere keine Maschinen sind und sie Unwohlsein und Schmerzen genauso empfinden wie der Mensch.

Hierin liegt der Unterschied zur Zucht der vergangenen Jahrhunderte! Auch die extreme Brachyzephalie der Standardmöpse ist eine besonders schlimme   züchterisch erzeugte Erbkrankheit, die bei betroffenen Hunden zu schwersten, lebenslänglichen Leiden und Schäden führt. Gezielt herausgezüchtete Deformationen des Hundeschädels ziehen unweigerlich Verformungen im Bereich des Mittelohrs, der Augen, des Hirns, sowie des Gebisses und des gesamten oberen Atemtaktes nach sich!

Besonders hervorstechend sind dabei die Befunde von verengten Nasenlöchern, Nasenhöhlen, verlängerten und zudem verdickten Gaumensegeln, sowie pathologischen Veränderungen des Kehlkopfes und der Luftröhre. Zusammengefasst werden diese Erscheinungen unter dem Begriff BAS: Brachycephales Atemnot Syndrom.

Hierzu Professor Dr. Öchtering, Kleintierklinik Uni Leipzig: "Eine drastische Reduktion der nasalen Atmung bedeutet für einen Hund, dass er sein Hauptorgan der Thermoregulation verliert, und somit nicht mehr in der Lage ist, die bei körperlicher Anstrengung, Aufregung oder auch bei warmen Außentemperaturen entstehende Körperwärme in ausreichendem Maße abzuführen. Dies bewirkt einen Anstieg der inneren Körpertemperatur und kann zu Kollaps und Tod durch Überhitzung führen."  

Hierzu auch noch ein Zitat von der Webseite der Tierklinik Bielefeld (www.tierklinik-bielefeld.de ): "Die einzig wirksame Methode, der Erkrankung dauerhaft entgegenzuwirken, ist daher der Verzicht auf die Zucht und den Erwerb eines brachycephalen Hundes."

Mit dem Zuchtweg des Retromopses ist es uns im ZKR wieder möglich, konsequent diesen hier erläuterten ethisch-moralischen Pflichten in der Zucht nachzukommen und der eindeutigen Forderung unseres Tierschutz-Paragraph 11 b zu entsprechen - mehr noch:  so den Mops als wieder vitale Rasse zu bewahren.